So geht’s: Medizin studieren

Du hast also den Entschluss gefasst und willst Medizin studieren. Du willst Arzt werden und täglich Menschen helfen. Auf jeden Fall ist Medizin ein extrem spannendes und komplexes Gebiet, indem du viele verschiedene Möglichkeiten hast, dich zu entfalten.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen dafür ein Medizinstudium sind oft schon die erste Hürde. An fast allen Universitäten ist der Numerus Clausus sehr hoch angesetzt. Meistens liegt er bei 1,0 oder 1,1, in den besten Fällen vielleicht sogar bei 1,3. Wenn du diesen Abidurchschnitt nicht hast, musst du dich auf viele Wartesemester einlassen. Je nach deinem Schnitt, kannst du dich sogar auf bis zu 14 Wartesemester einstellen. Eine beliebte Überbrückungsmöglichkeit für diese Zeit, ist die Ausbildung zum Rettungssanitäter, diese kann man sich sogar für seine Note anrechnen lassen.

Du solltest, wenn du Medizin studieren willst, außerdem über gute Kenntnis im Bereich der Biologie und Physik verfügen. Das bedeutet nicht, dass du durch viel Lernen jeden Prozess auswendig können musst. Idealerweise hast du einfach ein gutes Verständnis für solche Prozesse, und kannst sie einfach begreifen und dir somit auch andere Prozesse einfacher erklären. Trotzdem solltest du natürlich auch viel Lernen können.

Weitere wichtige Voraussetzungen sind Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Denn solltest du Medizin studieren wollen, sollte dir bewusst sein, dass dieses Studium schwerer und länger ist als andere Studiengänge. Deshalb solltest du dir vorher genau überlegen ob ein Medizinstudium wirklich das ist was du willst, oder ob du vielleicht lieber anderen deinen Studienplatz überlassen willst.

Studium

Als erstes sei einmal gesagt, dass das Medizinstudium 12 bis 13 Semester dauert. Das heißt insgesamt studierst du 6 oder 6,5 Jahre. Dabei ist das Studium eingeteilt in drei Phasen: den vorklinischen Teil, den klinischen Teil und das praktische Jahr.

Vorklinischer Teil

Der vorklinische Teil läuft über vier Semester. In diesem Teil des Studiums wird vor allem theoretisches Wissen vermittelt. Die Themen sind Chemie, Biologie, Physik, Biochemie, Anatomie, Physiologie und mediznische Psychologie bzw. Soziologie. Allerdings gibt es auch praktische Sachen wie eine Erste-Hilfe-Ausbildung und ein Krankenpflegerpraktikum. Eine andere, bei vielen als spannend angesehene Erfahrung ist der Sezierkurs. Dort lernen die Studenten anhand einer menschlichen Leiche den inneren Aufbau des menschlichen Körpers kennen. Abgeschlossen wird der vorklinische Teil mit dem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dem Physikum.

Klinischer Teil

Der klinische Teil des Studiums dauert 6 Semester, also 3 Jahre. Dort lernst du alles über Krankheiten und verschiedene Heilungsmethoden. Im ersten Teil dieses Studienabschnitts  wird allgemeines Wissen vermittelt. Die Inhalte sind medizinische Mikrobiologie, allgemeine Pathologie, klinische Chemie, Pathophysiologie und -biochemie, Immunologie, Humangenetik, medizinische Biometrie, Radiologie, Geschichte der Medizin, klinische Untersuchung, Anamnese und der Notfallkurs.

Im zweiten Teil spezialisiert man sich auf ebstmmte Fachrichtungen. Dort gibt es dann Themen wie Allgemeinmedizin, Orthopädie, Augenheilkunde, klinische Pharmakologie, Anästhesiologie, Neurologie, Unfallchirurgie, Innere Medizin, Dermatologie, HNO, Gynäkologie und klinische Radiologie.

Danach kommt die Famulatur, ein viermonatiges Praktikum, welches in einer Klinik oder einer Arztpraxis absolviert werden kann. Dieses Praktikum dient dazu, den Medizinstudenten in die stationäre und ambulante Krankenversorgung einzuweisen.

Zum Ende des klinischen Teils folgt wieder ein Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Dieser zweite Teil heißt Hammerexamen.

Praktisches Jahr

Das Praktische Jahr dient dann dazu, dich als Student endgültig auf deinen späteren Job vorzubereiten. Dabei beginnst du als Student erst mit einfachen Aufgaben und steigerst dich dann. Eine dieser Aufgaben ist z.B. Blut abnehmen. Dein Praktisches jahr kannst du sowohl in einem Krankenhaus, als auch in einer Arztpraxis leisten. Was für dich wichtig zu wissen ist, ist die Tatsache, dass dieses Jahr nicht zwangsweise vergütet wird. Allerdings werden mehr und mehr Stellen bezahlt, was für einen Studenten natürlich von Vorteil ist. Einen Überblick darüber findet ihr hier.

Nach Ende des Praktischen Jahres folgt ein mündlicher/praktischer Test. Sollte diese Prüfung erfolgreich verlaufen, darfst du dich dankt deiner Approbation nun Arzt nennen.

Jobchancen

Mit einem vollständig abgeschlossenen Medizinstudium lässt sich natürlich gutes Geld verdienen. Ob nun in einem Krankenhaus oder in einer Arztpraxis, auch bei Hilfsorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ kannst du arbeiten. Dabei kommt es vor allem darauf an, wo deine Prioritäten liegen. Geht es dir in erster Linie darum, unkompliziert viel Geld zu verdienen ist die Arbeit in einenm Krankenhaus das Beste. Dort musst du dich nicht um allzu viel kümmern und kannst dort bis zum Oberarzt oder Stationsleiter aufsteigen.

Solltest du hingegen eher Wert auf Eigenständigkeit legen, wäre vielleicht eine eigene Arztpraxis das Richtige. Dort kannst du deine eigenen Öffnungszeiten festlegen, und deine Mitarbeiter selbst auswählen. Deine Kunden kannst du zwar nicht direkt auswählen, kannst dich aber auf bestimmte Fälle, wie Kinder mit Behinderungen, spezialisieren.

Wenn du jedoch ein sehr reisefreudiger Mensch bist, sind vielleicht Hilfsorganisationen das Richtige für dich. Wenn du bei einer solchen arbeitest, wirst du viel von der Welt sehen. Du musst zwar wahrscheinlich auch mit großem Leid klarkommen, wie z.B. den Zuständen in afrikanischen Slums. Wenn du aber gerne Leuten hilfst, sollte es trotzdem das Richtige für dich sein.

Von Redaktion

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